Selfpublishing mit Amazon KDP, Tolino und Tredition: Meine Erfahrungen und Tipps für Autoren

Ein Erfahrungsbericht zum Selfpublishing.

Ein Buch zu schreiben ist eine Sache. Es anschließend zu veröffentlichen, eine andere. Spätestens beim fertigen Manuskript tauchen Fragen auf, mit denen man sich während des Schreibens oft nur am Rande beschäftigt: Wo soll das Buch erscheinen? Wie kommt es in den Buchhandel? Wer kümmert sich um den Druck? Und was bleibt am Ende für den Autor übrig? Muss ich in Vorleistung gehen?

Ich veröffentliche meine Bücher seit Jahren selbst und nutze dafür Amazon KDP, Tolino Media und Tredition. Die Anbieter erfüllen für mich dabei unterschiedliche Aufgaben. Wichtig jedoch: Keiner von ihnen nimmt mir die gesamte Arbeit ab. Mit einer passenden Kombination kann ich aber verschiedene Leser erreichen und meine Veröffentlichungen weitgehend selbst gestalten. Dieser Artikel soll dazu dienen, Autorinnen und Autoren bei dieser wichtigen Entscheidung zu helfen. Meine Erfahrungen sind dabei nur ein Ausgangspunkt für eine Handvoll von sehr vielen Möglichkeiten. Welche Lösung für das eigene Buch passt, hängt von den Zielen, der gewünschten Ausstattung und der Bereitschaft ab, sich selbst um die Veröffentlichung zu kümmern.

Zuerst klären: Was soll der Anbieter übernehmen?

Bevor man Preise vergleicht, sollte man die eigenen Anforderungen kennen. Ein E-Book im Kindle-Shop, ein Taschenbuch für den allgemeinen Buchhandel und eine aufwendig ausgestattete Sonderausgabe stellen unterschiedliche Anforderungen.

Bei meinen Büchern verteile ich die Aufgaben im Wesentlichen so:

Anbieter Wofür ich ihn nutze
Amazon KDP E-Books und Druckausgaben für den Verkauf über Amazon
Tolino Media E-Books für weitere Shops, insbesondere im Umfeld des deutschsprachigen Buchhandels
Tredition Hochwertige Druckausgaben für den allgemeinen Buchhandel

Diese Aufteilung ist meine Lösung. Die Anbieter haben teilweise weitere Leistungen im Programm. Entscheidend ist, welche davon man tatsächlich benötigt und sinnvoll miteinander kombinieren kann.

Publikumsverlag, Zuschussverlag oder Selfpublishing-Dienstleister?

In Diskussionen werden diese Begriffe erstaunlich häufig durcheinandergeworfen. Dabei unterscheiden sich die Geschäftsmodelle erheblich.

Merkmal Publikumsverlag Druckkostenzuschussverlag Selfpublishing-Dienstleister mit PoD
Finanzierung Der Verlag trägt die Veröffentlichungskosten und das wirtschaftliche Risiko. Der Autor beteiligt sich verpflichtend an den Veröffentlichungskosten. Der Autor organisiert die Veröffentlichung selbst und bezahlt gegebenenfalls einzelne Leistungen.
Kosten für den Autor Kein Veröffentlichungszuschuss und keine verpflichtende Buchabnahme. Beispielsweise Zuschüsse, kostenpflichtige Pakete oder Pflichtabnahmen. Je nach Anbieter Gebühren, bestellte Exemplare und freiwillige Zusatzleistungen.
Lektorat und Gestaltung Organisiert und finanziert der Verlag. Umfang und Ausführung richten sich nach dem Vertrag. Übernimmt der Autor oder er beauftragt passende Fachleute.
Entscheidungen Der Verlag bestimmt wesentlich mit; Mitsprache nach Vertrag. Kontrolle und Mitsprache hängen vom Vertrag ab. Der Autor entscheidet innerhalb technischer und vertraglicher Grenzen.
Vertrieb und Werbung Organisiert der Verlag; der Umfang variiert. Entscheidend sind die vereinbarten Leistungen. Vereinbarter Vertrieb durch den Anbieter; Werbung überwiegend durch den Autor.

PoD bedeutet „Print on Demand“: Bücher werden nach Bedarf beziehungsweise auf Bestellung hergestellt. Der Begriff bezeichnet ein Produktionsverfahren. In dieser Übersicht geht es um Selfpublishing-Dienstleister, die dieses Verfahren anbieten.

Eine Veröffentlichungsgebühr, ein bezahltes Lektorat oder selbst bestellte Autorenexemplare machen einen Anbieter für sich genommen noch nicht zum Druckkostenzuschussverlag. Maßgeblich sind das Geschäftsmodell und die Vertragsbedingungen. Auch der Selfpublisher-Verband unterscheidet ausdrücklich zwischen Zuschussverlagen und Selfpublishing-Dienstleistern.

Nutzungsrechte, Laufzeiten und Exklusivität sollte man bei jedem Anbieter prüfen. Die Bezeichnung „Selfpublishing“ allein garantiert noch keine Bedingungen, die zu den eigenen Plänen passen.

Amazon KDP: Für mich gut bedienbar

Amazon KDP empfinde ich als benutzerfreundlich. Wenn man seine Bücher selbst verwaltet, ist das ein erheblicher Vorteil. Man beschäftigt sich schließlich wiederholt mit Buchdaten, Dateien, Preisen und Überarbeitungen.

Gerade das Nacharbeiten gehört für mich zum Selfpublishing. Ein Cover kann verbessert werden, ein Drucksatz ebenfalls. Dafür brauche ich eine Oberfläche, mit der ich vernünftig arbeiten kann.

Die einfache Bedienung ersetzt allerdings keine Buchproduktion. Ein hochgeladenes Manuskript braucht weiterhin einen sauberen Satz. Dieser lässt sich zum Beispiel mit Papyrus erstellen. Eine technisch akzeptierte Datei kann gestalterische Fehler enthalten. Und ein E-Book sollte auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen funktionieren.

Bei Druckausgaben würde ich deshalb immer ein physisches Exemplar prüfen. Seitenränder, Schriftgröße, Papier, Bildwirkung und Buchrücken lassen sich am Bildschirm nur begrenzt beurteilen. Auch nach einer größeren Überarbeitung lohnt sich eine erneute Kontrolle.

KDP und KDP Select auseinanderhalten

Wer sein E-Book zusätzlich über andere Shops anbieten möchte, sollte auf die Teilnahmebedingungen von KDP Select achten. Das freiwillige Zusatzprogramm bindet die digitale Ausgabe während des jeweiligen Teilnahmezeitraums exklusiv an Amazon. Die normale Veröffentlichung über KDP ist davon zu unterscheiden. Details stehen in den offiziellen Informationen zu KDP Select.

Für mich ist die Möglichkeit wichtig, meine Leser über mehrere Vertriebswege zu erreichen. Exklusivität würde ich deshalb immer als bewusste Vertriebsentscheidung behandeln.

Tolino Media: Ein zusätzliches Standbein mit Reibungsverlusten

Über Tolino Media erreiche ich mit meinen E-Books Leser außerhalb des Kindle-Shops. Diese Verkäufe sind für mich ein guter Grund, meine Bücher breiter anzubieten.

Im Veröffentlichungsprozess habe ich allerdings auch längere Prüfzeiten und technische Probleme erlebt. Manche Vorgänge funktionierten erst beim zweiten Versuch. Das kostet Zeit und Nerven, besonders wenn eine Veröffentlichung bereits angekündigt ist. Natürlich sind solche Erfahrungen Momentaufnahmen. Daraus lässt sich keine dauerhaft gültige Bearbeitungszeit für jedes Buch ableiten. Für die Planung nehme ich aber eine praktische Regel mit: Zwischen dem Einreichen und einem beworbenen Erscheinungstermin sollte ausreichend Puffer liegen.

Außerdem würde ich nach der Freigabe die wichtigsten Shopseiten kontrollieren: Sind Cover und Beschreibung richtig? Stimmen Autorenname, Preis und Reihenangabe? Ist die gewünschte Ausgabe tatsächlich erhältlich? Die Freigabe beim Dienstleister und die Darstellung in jedem einzelnen Shop sind verschiedene Schritte.

Wer Amazon bereits selbst über KDP beliefert, kann bei Tolino Media die zusätzliche Amazon-Belieferung für E-Books abwählen. Das ist für eine saubere Aufteilung hilfreich. Bei Print gelten andere Möglichkeiten; die Tolino-FAQ erläutern die Unterschiede zwischen den Formaten.

Tredition: Benutzerfreundlich und für meine Buchhandelsausgaben passend

Bei Tredition fällt mein Urteil über die Bedienung ähnlich positiv aus wie bei Amazon KDP. Das Backend empfinde ich als vergleichbar benutzerfreundlich. Für mich gehört das zu den wichtigen Eigenschaften eines Anbieters, weil ich meine Bücher in allen Belangen selbst verwalte. Neben der benutzerfreundlichen Oberfläche überzeugen mich bei Tredition auch der Support und die zügige Bearbeitung meiner Projekte. Sämtliche Anliegen wurden bisher zeitnah und freundlich beantwortet. Buch-Updates wurden ebenfalls sehr schnell umgesetzt. Gerade wenn man seine Veröffentlichungen selbst betreut und auch mal überarbeitet, erleichtert das die Arbeit erheblich.

Ich nutze Tredition für die hochwertigen Druckausgaben, die über den allgemeinen Buchhandel bestellbar sein sollen. Dabei interessieren mich vor allem das passende Format, die Ausstattung, die Druckkosten und der Betrag, der pro verkauftem Exemplar übrig bleibt. An der Druckqualität selbst konnte ich bislang nichts aussetzen. Diese liegt beispielsweise deutlich über der von Amazon KDP.

Nach dem derzeit angebotenen Modell verlangt Tredition für die Veröffentlichung selbst keine Gebühr. Kosten entstehen für selbst bestellte Exemplare und freiwillig gebuchte Zusatzleistungen. Das ist angenehm, war für mich aber kein ausschlaggebender Grund für die Wahl. Die aktuellen Leistungen und Kosten beschreibt Tredition auf seiner Website.

Wichtiger ist mir, dass der Anbieter zu meiner Arbeitsweise passt. Dazu gehört die Möglichkeit, verschiedene Vertriebswege zu nutzen. Tredition sieht in seinen AGB nicht ausschließliche Nutzungsrechte vor.

Selfpublishing: Bestellbar bedeutet noch keine Regalpräsenz

Die Anbindung an den Buchhandel schafft eine Voraussetzung für Verkäufe. Daraus sollte man keine Erwartung ableiten, dass Buchhandlungen den Titel automatisch vorrätig halten oder aktiv bewerben. Für die eigene Planung würde ich drei Dinge getrennt betrachten: Das Buch ist gelistet. Es kann bestellt werden. Es wird von Lesern entdeckt. Für den dritten Schritt braucht es zusätzliche Arbeit. Ein ansprechendes Cover, ein brauchbarer Beschreibungstext, passende Buchdaten und eigene Maßnahmen zur Bekanntmachung bleiben deshalb wichtig. Das gilt auch dann, wenn der Dienstleister den technischen Vertrieb übernimmt.

Die wirtschaftliche Grenze von Print on Demand

PoD erspart die Vorfinanzierung einer großen Auflage und die dafür nötige Lagerhaltung. Gerade bei schwer vorhersehbarer Nachfrage ist das ein erheblicher Vorteil. Auch um Verpackung und Versand muss ich mich nicht selbst kümmern. Die Kehrseite sind die Stückkosten. Einzeln oder in kleinen Mengen produzierte Bücher sind in der Regel teurer als eine größere Druckauflage. Auch Tredition beschreibt diesen Unterschied bei Druck- und Logistikkosten.

Besonders beim Verkauf über den Buchhandel kann die verbleibende Marge entsprechend klein sein. Vom Ladenpreis müssen unter anderem Umsatzsteuer, Herstellung, Handelsrabatte und die weiteren Kosten des jeweiligen Vertriebsmodells gedeckt werden. Die Tredition-AGB erläutern die dortige Kalkulation. Deshalb würde ich ein Buch vor der Veröffentlichung mit seiner tatsächlichen Ausstattung durchrechnen. Seitenzahl, Format, Bindung, Papier und Farbseiten können einen erheblichen Unterschied machen. Ein günstiger Einstieg beim Anbieter sagt wenig über den späteren Verdienst pro Exemplar aus.

Auch eine Prozentangabe allein hilft nur begrenzt. Entscheidend ist, auf welchen Betrag sie sich bezieht und welche Kosten anschließend abgezogen werden. Am Ende interessiert mich der konkrete Eurobetrag. Ein rein rechnerisches Beispiel: Bei 1,50 Euro Honorar pro Exemplar ergeben hundert Verkäufe 150 Euro. Davon sind eigene Ausgaben für etwa Lektorat, Gestaltung oder Werbung noch nicht bezahlt. Das ist kein Beispiel für einen bestimmten Anbieter, sondern ein Grund, die Kalkulation vor der Veröffentlichung anzusehen.

Warum BoD bei meiner Auswahl ausschied

Books on Demand hatte ich ebenfalls in Betracht gezogen. Die von mir geprüften Vertragsbedingungen empfand ich allerdings als einseitig. Insbesondere die Exklusivbindung war für mich ein Ausschlusskriterium. Der öffentlich zugängliche BoD-Musterautorenvertrag mit Dokumentstand Januar 2023 enthält in Ziffer 4.1 eine entsprechend weitgehende exklusive Rechteeinräumung. Ich hingegen will meine Veröffentlichungswege selbst zusammenstellen können. Wenn ich dafür auf andere Anbieter verzichten müsste, wäre ein wesentlicher Vorteil meines Selfpublishings eingeschränkt. Zumal ich keinen Mehrwert darin sehe, meine Marge bei Amazon-Käufen mit einem zusätzlichen Anbieter zu teilen, wenn ich die Bücher dort auch selbst mit überschaubarem Aufwand vertreiben kann. Auch die gegenderte Ansprache auf der Website hat mich genervt und trug nicht zu einem positiven Gesamteindruck bei.

Weiter empfand ich die mangelnde Transparenz bei Manuskriptablehnungen als abschreckend. In einer Antwort auf eine diesbezügliche Kundenkritik erklärte BoD ausdrücklich, konkrete Gründe für die Ablehnung eines Titels nicht nennen zu können. Stattdessen verwies das Unternehmen auf allgemeine Inhaltsrichtlinien, Anforderungen der Vertriebsplattformen und mögliche Änderungen dieser Vorgaben. Die betreffenden Manuskripte kenne ich nicht. Ob die Ablehnungen inhaltlich berechtigt waren, kann ich deshalb nicht beurteilen. Die Kommunikation lässt sich aber unabhängig davon bewerten: Als Autor möchte ich erfahren, an welcher konkreten Vorgabe mein Buch scheitert und ob eine Überarbeitung möglich wäre. Ein allgemeiner Verweis auf Richtlinien wirkt dabei schlicht autoritär und wenig lösungsorientiert. Auch bei der Verwendung bestimmter Wörter, für die es offenbar eine Art Blacklist zu geben scheint, zeigt sich der Dienstleister sehr empfindlich und verweigert die Veröffentlichung. Selbst wenn historisch belastete Begriffe ausschließlich in Figurenrede vorkommen oder klar historisch eingeordnet werden, zeigt sich BoD in seinen Antworten ungefähr so flexibel wie eine durchschnittliche deutsche Behörde. Diesen Punkt würde ich deshalb vor einer Zusammenarbeit prüfen – bei jedem Anbieter.

Die Veröffentlichungsgebühr war hingegen nicht entscheidend. Für eine passende Leistung bin ich bereit zu bezahlen. Ich habe mich für andere Anbieter entschieden, weil deren Angebot besser zu meinen Anforderungen passt. Das ist eine persönliche Auswahlentscheidung. Eigene Erfahrungen mit der anschließenden Produktion oder Betreuung bei BoD kann ich daraus natürlich nicht ableiten. Wer den Anbieter prüft, sollte die dann geltenden Verträge mit den eigenen Anforderungen vergleichen.

Selfpublishing: Mehrere Anbieter kombinieren, Zuständigkeiten festlegen

Eine Kombination kann sinnvoll sein, wenn jeder Anbieter eine klar definierte Aufgabe übernimmt. Dafür würde ich vorab eine einfache Übersicht anlegen: Welche Ausgabe erscheint wo, und welcher Anbieter beliefert welchen Shop?

Bei E-Books sollte derselbe Shop möglichst nicht über mehrere Wege mit derselben Ausgabe beliefert werden. Für Druckausgaben muss man genauer prüfen, welche Vertriebswege auswählbar sind und welche Listungen über Buchhandelskataloge entstehen.

Auch die ISBN verdient Aufmerksamkeit. Eine kostenlos zugeteilte Nummer kann an den jeweiligen Anbieter gebunden sein. Die kostenlose KDP-ISBN darf beispielsweise nur bei KDP verwendet werden. Eine eigene ISBN und unterschiedliche Ausgaben erfordern eine passende Zuordnung. Die KDP-Hilfe erklärt die dortigen ISBN-Optionen.

Ich würde außerdem die Buchdaten zentral festhalten: Titel, Untertitel, Autorenname, Reihenbezeichnung, ISBN, Ausstattung, Preis und verwendete Dateiversion. Das erleichtert spätere Überarbeitungen. Gerade bei mehreren Bänden wird es sonst schnell unübersichtlich.

Was ich vor der Entscheidung prüfen würde

Für einen ersten Vergleich reichen einige konkrete Fragen:

  • Ziel: Soll das Buch hauptsächlich bei Amazon erhältlich sein, über weitere E-Book-Shops oder im allgemeinen Buchhandel?
  • Ausstattung: Bietet der Anbieter das gewünschte Format, Papier und die passende Bindung?
  • Kalkulation: Was bleibt bei einem realistischen Verkaufspreis pro Exemplar übrig? Was kosten eigene Exemplare einschließlich Versand?
  • Vertrag: Welche Nutzungsrechte werden eingeräumt? Gibt es Exklusivität, Mindestlaufzeiten oder Kosten bei einem Wechsel?
  • Überarbeitungen: Wie funktionieren Dateiänderungen und neue Auflagen? Welche Änderungen sind kostenpflichtig?
  • Veröffentlichung: Welche Prüfungen sind vorgesehen, und wie viel Zeit sollte eingeplant werden?
  • Qualitätskontrolle: Kann ich vor der Freigabe ein Exemplar prüfen? Wie lassen sich Produktionsfehler reklamieren?

Zusatzleistungen würde ich einzeln danach beurteilen, was sie konkret enthalten. Bei einem Lektorat interessieren mich etwa Umfang, Arbeitsweise und eine mögliche Textprobe. Bei einem Marketingpaket möchte ich wissen, welche Maßnahmen tatsächlich durchgeführt werden. Ein wohlklingender Paketname reicht mir dafür nicht.

Warum mir die Selbstbestimmung wichtig bleibt

In einem Reel berichtete eine Autorin, sie habe einen möglichen Verlagsvertrag unter anderem wegen des herablassenden Umgangs mit ihren Covervorstellungen abgelehnt. Eine andere schilderte, ihr laut Verlag lektoriertes Buch sei noch voller Fehler erschienen. Zugleich seien die Namen der Protagonisten ohne Absprache geändert worden. Als sie auf die Fehler hingewiesen habe, habe der Verlag eine Nachbesserung verweigert. Sie selbst habe keinen Einfluss mehr auf ihr Werk nehmen können und schäme sich inzwischen für das Buch.

Natürlich sind das einzelne Negativerfahrungen. Aber solche Berichte erinnern mich daran, warum mir die eigene Entscheidungsfreiheit so wichtig ist. Ein Verlagsvertrag allein garantiert weder ein sorgfältig bearbeitetes Buch noch eine gute Zusammenarbeit. Für Autoren lohnt es sich deshalb, vorab zu klären, wie Änderungen abgestimmt werden, ob sie die endgültige Fassung prüfen können und wie mit später entdeckten Fehlern umgegangen wird.

Ein Verlag kann Erfahrung, ein gutes Lektorat und funktionierenden Vertrieb beisteuern. Dafür würde ich auch einen entsprechenden Gegenwert erwarten, wenn ich Mitsprache und Vertriebsfreiheit abgebe. Zum Gesamtpaket gehören für mich ein nachvollziehbares Honorar, ein respektvoller Umgang und die verlässliche Abstimmung von Eingriffen in mein Werk.

Beim Selfpublishing muss ich von Hand dafür sorgen, dass aus dem Manuskript ein gutes Buch wird. Das ist Arbeit. Gleichzeitig kann ich Fehler korrigieren, Cover überarbeiten, Ausstattungen vergleichen und besondere Ausgaben planen, wenn ich sie für meine Leser haben möchte.

Mit Amazon KDP, Tolino Media und Tredition habe ich dafür eine Kombination gefunden, die zu meiner Arbeitsweise passt. Für andere Autoren kann eine andere Aufteilung besser geeignet sein. Vor der Entscheidung sollten die eigenen Ziele stehen. Danach lässt sich wesentlich klarer beurteilen, welcher Anbieter sie unterstützt.

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